Gasshüsli


Der Name Gasshüsli stammt aus der Bezeichnung Gass, der Durchbruch durch den Nagelfluh- und Sandsteinfels der Tribschenhornrippe, der zweimal erweitert wurde. Seit der letzten Verbreiterung in den sechziger Jahren überspannt eine Fussgänger-Betonbrücke die Gass, welche die Grenze zwischen der Tribschen- und der Langensandstrasse bildet. Das Gasshüsli gehört zu den wenigen noch bestehenden Holzbauten bäuerlichen Charakters. Von der heute breit ausgebauten Tribschenstrasse her kann der Betrachter das bescheidene, heimelig aussehende Häuschen kaum übersehen.

Offensichtlich wurde es nicht als bäuerliches Heimwesen erbaut, sondern als Wohnhaus eines Handwerkers und seiner Familie. Dieser betrieb eine Seilmacherei und später eine Spenglerei, und verkaufte die von ihm gefangenen Fische im Vierwaldstättersee direkt vor dem Haus. Die Bauweise des Gasshüslis lässt zahlreiche Merkmale des Innerschweizer Bauernhauses erkennen. Es stand ihm nur wenig Raum zur Verfügung. Deshalb wurde das Gasshüsli an die Wartegg Felswand gedrückt und auf den sichtbaren Naturfels aufgesetzt. Dieses östliche Mauerwerk ist bis auf die Höhe von 65cm über den Boden des zweiten Stockes aufgeführt. Die Holzwände sind gewättet. Auf der Südseite mit ihrem Treppenaufstieg zieht sich die Laube auf der ganzen Wandlänge hin. Auf der Nordseite jedoch ist die Laube nur bis zur Abschlusswand der Wohnkammer geführt. Die Dachform ist hochgiebelig. Das Satteldach ist leicht "geschüpft" und besitzt als Versteifung gegen den Einfluss des Windes eine Freibinderkonstruktion, die sehr dekorativ in Erscheinung tritt. Die beiden Vordächli der Frontseite werden von je drei Wandvorstössen getragen.

Die Baumerkmale weisen auf das 18. Jahrhundert hin. Möglicherweise wurde das Gasshüsli durch den Gutsherrn des Gasshofes Josef Cölestin am Rhyn um 1730 erbaut. Bei den Stubenfenstern dürften die Dimensionen unverändert geblieben sein. In die beiden Keller- und Werkstatträume führen ebenerdig zwei Aussentüren. Die Verschindelung der Aussenwände wurde später im 19. Jahrhundert zur Isolation vorgenommen. Leider sind durch diese Verschindelung schöne Details der Holzbearbeitung verdeckt und auch zerstört worden. Die Innenmasse der Wohnstube sind nahezu quadratisch 5.20m auf 5.25m. Hier steht auch der alte Kachelofen, der von der Küche aus beheizt wird. Die nördlich anschliessende Kammer misst 5.20m auf 3.10m. Der felswärts begrenzte Raum für Gang

und Küche ist bescheiden klein. Der bestehende Rauchhurd in der Küche wurde 1965 leider entfernt. Das verrusste Gebälk weist darauf hin, dass das Gasshüsli ursprünglich als Rauchhaus, also ohne Kamin, erbaut wurde.

1983 konnte die Künstlervereinigung Palette das Gasshüsli mieten. Es war damals in einem sehr desolaten und baufälligen Zustand, die Scheiben der Fenster an der Frontseite waren zertrümmert, der tragende Holzbalken der Diele der Wohnstube war eingebrochen und morsch, und verschiedene Tiere hatten im Gasshüsli Einzug genommen. Dank einer Fronarbeit von über zwei Jahren wurde das Gasshüsli von Mitgliedern der Luzerner Volkskunst, heute Künstlervereinigung Palette, auf eigene Kosten sanft renoviert.

Gasshüsli

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